Edelweiß Radfahrer auf großer Tour 2017 in die Toskana.

Abfahrt

Die drei Radfahrer des RV. Edelweiß Bliesransbach Heinz Grund (66), Martin Schwindt (54) und Manfred Kempf (58) führten in der Zeit vom 01.07.-10.07.2017 eine 10-tägige Etappenfahrt nach Italien in die Toskana durch. Das Ziel sollte der bekannte Ort Montecatini Terme inmitten der schönen Toskana werden. Die Strecke führte die Fahrer durch das Elsass, über den Donon, die „Route des Crêtes“ ins Rheintal, von dort in die Schweiz über den Passwang an den Vierwaldstätter See. Weiter ging es über die Pässe Brüning-, Grimsel- und Simplon nach Italien.

Die Gesamtstreckenlänge wurde im Vorfeld mit ca. 1.250 km geplant. Die gefahrenen Höhenmeter sowie die genaue Streckenlänge wurden erst nach der Tour, bedingt durch die Streckenführung, bekannt. Die Gruppe hat sich in diesem Jahr entschlossen die Tour ohne Begleitfahrzeug zu bestreiten, heißt, notwendiges Gepäck und Verpflegung mussten in Satteltaschen verstaut werden. Je nach Bedarf des Fahrers kommen da schon mehr als 12 kg Gepäck zusammen.

Die erste Etappe führte unsere Gruppe durch Frankreich, die Orte Diemeringen, Bettwiller und Saarebourg, Abreschviller lagen auf der Strecke. Dann ging es über den Donon (961m), Etappenziel war an diesem Tag nach 138 km, 6:24 Stunden Fahrzeit und ca. 1.650 Hm der Col du Hantz (636m). Der erste Tag war von starkem Regen und Wind geprägt, das tat aber der Stimmung der drei und der Vorfreude auf die noch bevorstehenden Etappen keinen Abbruch. Im Ort Le Puid konnte für die folgende Nacht eine Unterkunft gefunden werden. Diese Unterkunft wurde von den Teilnehmern als „Standard einfach“ beschrieben, Abendessen und Frühstück waren allerdings ok.

Die zweite Etappe führte die drei Fahrer von Le Puid über die „Route des Crêtes“ (Vogesen) in das Rheintal. Diese mit ca. 80 km als angeblich schönste Vogesen-Kammstraße der Gebirgsstraßen Europas, zeigte sich nunmehr von ihrer rauen Seite. Bei starkem Nebel (ca. 10 m Sicht) und 10 Grad Temperatur sowie Gegenwind war diese, bei schönem Wetter von vielen Naturliebhabern, Motorrad-, und Oldtimer Fans besuchte Strecke, eine echte Herausforderung für die Radler. Nach 150,3 km, 1.560 Hm und 7:02 Stunden Fahrzeit konnte an diesem Tag das Etappenziel Morschwiller bei Mühlhausen erreicht werden.

Das Wetter wurde nun zunehmend besser und die dritte Etappe von Morschwiller (F) nach Giswil (CH) am Sarner See konnte in Angriff genommen werden. Alle Fahrer hatten die zurück liegenden beiden Tage ohne Probleme überstanden und freuten sich auf die anstehenden Schweizer Gipfel (Passstraßen). Diese Etappe war mit 196,4 km und 2.100 Hm sowie 8:47 Stunden Fahrzeit, eine der Längsten dieser Tour. Zwei unbedeutende Schweizer Pässe wie der Passwang und der Chalpass stellten sich mit jeweils ca. 8 km Anstieg und einer Steigung von max. 13 % sowie bei einer mittlerweile auf 30 Grad gestiegenen Außentemperatur der Gruppe entgegen. Man hatte den Eindruck, dass es nur „rauf und runter“ ging. Die Schweiz ist halt nicht mit den Niederlanden zu vergleichen. Durch Teamgeist und Zusammenhalt in der Gruppe, heißt, die Stärkeren helfen den Schwächeren, wurden auch diese Hürden genommen.

Gut ausgeruht und frisch gestärkt konnte die vierte Etappe von Giswil nach Brig am Simplon begonnen werden. Nach 114,4 km, 2.010 Hm und 6:45 Stunden Fahrzeit, wurde der bekannte Schweizer Ort Brig am Simplon erreicht. Brig liegt etwa auf einer Meereshöhe von ca. 800 m. Die Passhöhe des Simplon Passes, der am folgenden Tag bezwungen werden sollte, liegt mit ca. 28 km Anstieg auf 2.005 m.

Die fünfte Etappe von Brig (CH) zum Ortasee (I) konnte nach erholsamen Schlaf und sehr gutem Frühstück im Hotel Good Night Inn in Brig begonnen werden. Der Anstieg zum Simplon führte einige Kilometer über die sehr steile alte Simplonstrasse Richtung Passhöhe. Die etwas mehr als 1.200 Hm Höhendifferenz, die bei diesem Pass geklettert werden mussten, kamen den Fahrern, trotz der Anstrengung, wegen der atemberaubenden Schönheit der Schweizer Berge, nicht als Belastung vor, sondern waren pure Entspannung. Die Abfahrt durch die bekannte Gondo-Schlucht nach Domodossolo war mit ca. 35 km eine der längsten Abfahrten der Tour. Nach 121,7 km, 2.400 hm und 5:59 Fahrzeit wurde der Ortasee erreicht. In der Unterkunft direkt am See in Orta, konnte der Tag bei Abendessen mit Seeblick abgeschlossen werden. Abgesehen von dem ersten Regentag der Tour war durchgängig schönes Wetter und alle Teilnehmer mussten für entsprechend Sonnenschutz sorgen.

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Die siebte Etappe führte bei durchgängig 38 ° C Außentemperatur von Pavia mit 149,3 km; 502 Hm und 6:25 Stunden Fahrzeit an den Fluss Po in der Nähe der größeren Stadt Parma. Dem Po, der mit 652 km längsten Fluss Italiens, war die Wasserknappheit merklich anzusehen. Ein um ca. 2 m reduzierter Wasserstand machte die Situation deutlich.

Als achte Etappe die Route führte das Team von Parma in das 112,5 km entfernte Colombaia Sechia. Nach 6 Stunden Fahrzeit und 1.680 Hm, konnte auch dieses Etappenziel erreicht werden. Die Route führte die Fahrer durch sehr dünn besiedeltes Gebiet. Eine von Bergen und Wald geprägte Region, die Kultur und Zivilisation vermissen lässt. Der Asphalt der sehr engen Straßen war, bedingt durch die dort häufig vorkommenden Erdbeben und die hohen Temperaturen im Sommer, sehr stark in Mitleidenschaft genommen worden. Ein die Straße überquerender Marder und der allgemeine Eindruck dieser Region lässt ohne weiteres einen Vergleich mit dem amerikanischen „Death Valley“ (Tal des Todes) zu.  Als Unterkunft wurde eine für die Region typische Bar „Trattoria Vezzosi“ ausgesucht. Eine Art Pizzeria, die stark von Einheimischen besucht wird und bei der es weder Preisliste noch Speisekarte gab.

Die neunte und vorerst letzte Etappe führte die Gruppe nach 116,7 km und 3.327 Hm mit 6:36 Stunden Fahrzeit quer über die Gebirgskette des „Abruzzischen Apennin“ zu dem Endziel dieser Tour Montecatini Terme. Das Ziel wurde, bedingt durch den guten Trainingsstand der drei, einen Tag früher als geplant erreicht. Diese Gebirgskette war gespickt mit bissigen Anstiegen und verlangte damit den Fahrern einiges an Energie ab. Nach dem Erreichen des italienischen Wintersportortes Abetone, inmitten einer grandiosen Bergwelt, konnten nach einer ca. 18 km langen Abfahrt noch die letzten Anstiege nach Montecatini T. genommen werden. Im Montecatini T. wurde dann eine klimatisierte Unterkunft zur Regeneration gefunden.

Am darauffolgenden Tag wurde eine Tour als zehnte Etappe mit 95,7 km und 830 Hm Richtung Mehr durchgeführt. Diese Rundfahrt war erstmals wieder ohne Gepäck sehr ungewöhnlich. Man musste sich wieder daran gewöhnen ohne Gepäck zu fahren, da der Gleichgewichtssinn sich auch umgewöhnen musste. Das war aber für alle Edelweiß Radler kein Problem.

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Alle Fahrer der Gruppe haben nach gefahrenen 1.333,6 Kilometern und 16.638 Höhenmetern gesund, ohne Unfall und Defekt, abgesehen von einem unterwegs gewechselten Schaltzug, diese enorme Strecke und Anstrengung bewältigt und sich auch einige Male an der Grenze der Leistungsfähigkeit bewegt. Nach Meinung der Fahrer, war diese Tour die härteste Mehrtagestour, die bisher zurückgelegt wurde. Die deutschen Mittelgebirge werden für 2018 als Mehrtagesfahrt in die Tour Planung aufgenommen.

Am zehnten Tag seit Beginn der Tour, kamen auch die Partner der Fahrer angereist und es konnte noch eine Woche gemeinsam im Urlaubsort und der Umgebung verbracht werden. Unter anderem wurden die Städte Florenz, Siena, Pistoia und San Gimignano sowie die Insel Elba besucht.

Besuchen Sie uns auf der Internetseite des Radsportvereins RV. Edelweiß 1905 e.V.

Ausdauersport ist gesund und hält fit auch für Anfänger.

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